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Das Talkshow-Ranking

Posted: Juni 9th, 2009 | Author: Gregor Landwehr | Filed under: Allgemeines | Tags: , | 26 Comments »
Talkshow-Queen Ursula von der Leyen
Talkshow-Queen Ursula von der Leyen

Irgendwie hat man als Zuschauer immer den Eindruck, als säßen ständig die gleichen Politiker in den Fernsehstudios der Republik. Das stimmt natürlich nicht. Die Bundesregierung hat jetzt auf eine Anfrage des FDP-Abgeordneten Hans-Joachim Otto einmal nachgezählt. Und heraus kam: Die fleißigste Talkshowgängerin ist die Familienministerin . Seit Ende 2005 saß sie insgesamt 22 mal vor den Kameras, direkt gefolgt von Horst Seehofer mit 20 Auftritten. Auf Platz drei folgt Wolfgang Schäuble. Danach folgt eine große Lücke. Auf je zehn Talkshowauftritte bringen es Sigmar Gabriel und Michael Glos. Und die Kanzlerin? Die war sechs mal in einer Talkrunde zu sehen.



Der Europaqualkampf: Negative Campaining lohnt sich nicht

Posted: Juni 7th, 2009 | Author: Gregor Landwehr | Filed under: Europawahl | 25 Comments »
Die CDU setzte auf die Kanzlerin und nicht auf Ihren Spitzenkandidaten.
Die CDU setzte einzig auf die Kanzlerin.

Mit einem inhaltsleeren Wohlfühlwahlkampf kann man Wahlen gewinnen und Negative Campaining bringt nichts. Das könnten die Lehren aus dem Europawahlkampf sein.

Die niedrige Wahlbeteiligung liegt zum einen sicherlich an dem Wahlkampf, der nicht europapolische Themen in den Mittelpunkt rückte, sondern zu stark als Testwahl für die Bundestagswahl fungierte. Rund sieben Wochen vor der Wahl wussten laut einer Eurobarometer-Studie 62 Prozent der Befragten nicht, wann die Europawahlen stattfinden. Nur 28 Prozent gaben an, sich an der Wahl beteiligen zu wollen. Insgesamt lag die Wahlbeteiligung dann doch etwas höher, und ist trotzdem erschreckend gering.

Frustration bei den Wahlkämpfern

Hört man sich in den letzten Tagen bei den Europawahlkämpfern um herrscht vor allem eins: Frustration. In Baden-Württemberg fühlt man sich „hilflos ausgeliefert“, denn man fahre bloß „Huckepack“ zur Kommunalwahl, wie es der Mitarbeiter einer Abgeordneten nannte. Denn, so sagte es, natürlich sei es den Mitgliedern vor Ort wichtiger „Ihre“ Wahl zu gewinnen: „Das Hemd ist näher als die Hose“, so der Wahlkämpfer. Viele EU-Kandidaten verzichten deshalb auf eigene Veranstaltungen und beschränken sich auf Podiumsdiskussionen die von anderen Organisationen veranstaltet werden. Denn für Parteiveranstaltungen gäbe es kein Interesse, hört man sogar von den Kandidaten selbst.

Dabei war der Bedarf an Informationen durch aus da, nur es fehlt das Geld. So legte die Landeszentrale für Politische Bildung in Baden-Württemberg eine Broschüre auf und druckte diese 30.000 mal. „ Nach nur sechs Wochen war die Auflage vergriffen. Leider haben wir kein Geld für einen Nachdruck“, so Werner Fichter von der Landeszentrale.

Plattitüden aller Orten

Negative Campaining bei der SPD
Negative Campaining bei der SPD.

Auf deutschen Straßen war die Wochen vor der Wahl wieder Plattitüden-Alarm und Banalitäten-Vorsicht geboten. Was auf den Wahlplakaten als Slogans prangte, war oft an Aussagelosigkeit nicht zu unterbieten.

Die Wahrnehmung der Parteien ist da offenbar eine andere. So erklärte der CDU-Bundesgeschäftsführer Klaus Schüler, die Plakate würden „auf den Punkt kommen“ und „die Themen ansprechen, um die es geht“. Glaubt man den Plakaten wäre dies, „Wir in Europa“ zu sein. (Analyse der Plakate von Michael Spreng)

Wahlfolklore

Und auch bei den TV-Spots sah es nicht besser aus: Der CDU Spot mit dem Scharm einer Waschmittelreklame (Aktueller CDU-Spot) steht aber anscheinend in einer langen Tradition. Denn schaut man sich den Sinnfreien Spot „Eine Hand für Europa an“ (Und so war es vor ein paar Jahren: “Eine Hand für Europa”) wundert man sich über nichts mehr. Und auch die SPD, die dieses mal auch Negative Campaining setzte, ging damit baden und schaffte es nicht, ihre Mitglieder zu mobilisieren. Dazu Franz Müntefering: „Das ist enttäuschend.“



Opel macht Europawahl zu schaffen

Posted: Juni 7th, 2009 | Author: Gregor Landwehr | Filed under: Europawahl | 18 Comments »

Die Europawahl geht unter

Der Autobauer Opel war das dominierende Thema in den Medien. Im Zeitraum vom 5. Mai bis zum 5. Juni gab es 12.000 Nenneungen. Dagegen ist die Europawahl mit knapp über 4.000 Nennungen abgeschlagen auf Platz drei, noch hinter der Bundestagswahl.

Diese Zahlen dürften all jenen Kritikern Recht geben, die behaupten, dass Europa in den Medien keine Rolle spielt. Diese These lässt sich allerdings so nicht halten. Denn auch wenn das Them Europawahl im Sog der Debatte um den Autobauer Opel und die Staatshilfen unter geht, ist die Europawahl medial präsent. Doch sind dies nach wie vor öffentlich rechtliche Medien oder überregionale Qualitätsmedien, die das Thema aufgreifen.



Wahlpflicht

Posted: Juni 7th, 2009 | Author: Gregor Landwehr | Filed under: Europawahl | 22 Comments »

In Brüssel herrscht WahlpflichtWir zittern grade um die Wahlbeteiligung. Die Belgier haben dieses Problem nicht, der Wahlpflicht sei Dank. Wer hier nicht zur Wahl geht, dem droht ein Bußgeld. Aber sorgt so eine Wahlpflicht auch automatisch dafür, dass sich die Bürger stärker mit den Wahlen befassen? Oder ist einen Wahlpflicht sogar undemokratisch?

Wahlpflicht in Belgien



Der Wunsch nach direkter Ansprache wächst - und wird nicht erfüllt

Posted: Juni 7th, 2009 | Author: Gregor Landwehr | Filed under: Allgemeines | 22 Comments »
Dialog ist keine einseitige Kommunikation
Dialog ist keine einseitige Kommunikation.

Warum der Wunsch nach direkter Ansprache wächst

Laut einer Studie der Initiative ProDialog fühlen sich nur noch 19 Prozent der Wahlberechtigten von Plakaten angesprochen. Ähnliches lässt sich über Wahlwerbung im Fernsehen oder Radiowerbung sagen. Als deutlich attraktiver empfinden die Deutschen Wähler die persönliche Ansprache durch Kandidaten oder Parteien, 51 Prozent bevorzugen diese. Der Wunsch nach persönlicher, direkter und lebensnaher Ansprache über unterschiedlichste Dialogmedien wächst deutlich. „Alle neuen Instrumente und Technologien zielen darauf ab, den einzelnen Wähler wieder besser zu erreichen, mit ihm auf Augenhöhe zu kommunizieren, und die Kommunikation insgesamt besser zu organisieren. In dieser Hinsicht können auch deutsche Politiker und Wahlkämpfer noch Entscheidendes lernen,“ so die Kommunikationsexpertin Kerstin Plehwe. Leider scheint diese Botschaft bei den Kampagnenmachern der Parteien noch nicht angekommen zu sein. Anders ist der lieblose, inhaltsleere und langweilige Wahlkampf zur Europawahl nicht zu erklären.



Wahlwatching

Posted: Juni 7th, 2009 | Author: Gregor Landwehr | Filed under: Europawahl | 1 Comment »

Seit heute morgen habe ich von meinem Schreibtisch das Wahllokal auf der anderen Straßenseite gut im Blick. Und was ich da beobachten kann stimmt mich nicht grade optimistisch: Wenn in ganz Baden-Württemberg die Wahlbeteiligung so ausfallen sollte wie in diesem Tübinger Wahllokal, dann sieht es verdammt schlecht aus.

Dabei dürfte die Kommunalwahl (Gemeinderat, Kreistag und Regionalparlament) zu einer höheren Beteiligung führen, als nur die Europawahl. Für die ehrenamtlichen Wahlhelfer geht die Arbeit erst nach 18:00 Uhr richtig los. Das Auszählen ist dank dem Baden-Württembergischen Wahlsystem so kompliziert, dass man vorsorglich den ganzen Montag dafür eingeplant hat. Da es also heute Abend keine verlässlichen Ergebnisse gibt, gibt es auch kaum Wahlpartys. Das passt immerhin zu dem nicht vorhandenen Wahlkampfendspurt: Früher gab es noch Aktionen wie „Wir fahren Sie zur Wahl“, Wahlerinnerungen am Morgen, usw. Darauf hat man hier in Tübingen lieber ganz verzichtet….