„DIE KANZLERIN KOMMT“ Nicht ohne Stolz kündigt die CDU Wahlkampfauftritte ihrer Kandidatin für das Bundeskanzleramt in den Wahlkreisen an. Bürgernähe nennt man dies und die ist auch in diesem Wahlkampf noch sehr wichtig. Zahlreich hört man Geschichten von Menschen, deren Wahlentscheidung auf einen flüchtigen Wink des Spitzenkandidaten während einer Supermarkteröffnung zurückgeführt werden kann.
Was Frau Merkel dabei tatsächlich zu sagen hat, scheint für diesen Wähler doch eher zweitrangig. Aber es gibt sie noch: Menschen, die auf die Inhalte Wert legen. Angesichts der wenigen wirklichen Inhalte, mit der die CDU diesen Wahlkampf bestreitet, dürfte die Freude über den Besuch der Kanzlerin sich eher in Grenzen halten. Ein Hamburger verlieh genau dieser fehlenden Begeisterung vier einfache Worte, die er direkt neben die frohe Ankündigung des Besuchs schrieb: „Und alle so: „Yeaahh“
Das Beschriften und Bemalen von Wahlplakaten scheint ein eher alter Hut, wo sich doch mittlerweile im Internet jeder seinen eignen Lieblingsslogan neben das Bild von Schäuble setzen kann. Aber da Offline-Sarkasmus auch bei der neuen Online-Generation ankommt, verbreitete sich das Foto dieses Plakates in großer Geschwindigkeit in der Blogosphäre, zahlreich kommentiert und diskutiert. Und schon war eine Idee geboren: Wieso sollten eigentlich nicht wirklich alle so: „Yeaahh“ schreien, wenn Frau Merkel schon mal da ist? Spontan, dezentral organisiert und für jeden offen - ein Flashmob.
Dank Twitter verbreitete sich die Nachricht rasend schnell und so geschah der Kanzlerin in ihrer letzten Wahlkampfwoche folgendes: Nach jedem ihrer Wahlkampfsätze begannen Teile des Publikums frenetisch zu jubeln, „Yeaahh“ zu brüllen und Fahnen zu schwenken - in Hamburg, in Mainz, in Wuppertal, in Berlin. Yeaahh - ein Selbstläufer, den sich die SPD-Nordkurve nicht schöner hätte ausdenken können. Aber, die hatte damit recht wenig zu tun, die Fahnen der Yeaahh-Brüller sind nicht rot, sondern Orange. Vor allem Piraten scheinen die Flashmob-Störenfriede zu sein. Aber wieso? Ist die Internetgemeinde so fest in Piratenpartei-Hand? Oder sind es einzig die Freibeuter, die die Verknüpfung von On und Offline-Wahlkampf so kreativ zu nutzen vermögen?
Flashmob in Hamburg
Auf jeden Fall dürften die Piraten, spätestens mit ihrer Teilnahme am „Yeaahh“-Flashmob ihr vorerst wichtigstes Ziel, die Erhöhung ihrer Bekanntheit, geschafft haben.
Zahlreiche klassische Medien berichten mittlerweile über die vermeintlichen Merkel-Fans und in fast allen Berichten finden sich auch die Piraten wieder.
Aufmerksamkeit ist gut, allerdings, passt auch der Vorwurf der Medien gegenüber den Yeaahh-Rufern: auf Inhaltleere mit Inhaltslosigkeit zu reagieren. So müssen sich auch die Piraten oft mit der Frage auseinandersetzen, ob sie außer ihrem Steckenpferd Internet und Bürgerrechte nicht auch inhaltsleer sind.
Bemerkenswert: während klassische Medien das Thema erst langsam für sich entdeckt haben, ist die Blogosphäre Inhaltlich schon weiter gezogen. Yeaahh ist dort allenfalls noch eine Randnotiz.
Horst Seehofer Bayern mit 771 aktuellen Erwähnungen
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Roland Koch Hessen mit 740 aktuellen Erwähnungen
3
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Peter Müller Saarland mit 369 aktuellen Erwähnungen
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Jürgen Rüttgers Nordrhein-Westfalen mit 261 aktuellen Erwähnungen
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5↑
Peter Harry Carstensen Schleswig-Holstein mit 221 aktuellen Erwähnungen
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6↑
Stanislaw Tillich Sachsen mit 202 aktuellen Erwähnungen
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Christian Wulff Niedersachsen mit 195 aktuellen Erwähnungen
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Klaus Wowereit Berlin mit 193 aktuellen Erwähnungen
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Matthias Platzeck Brandenburg mit 158 aktuellen Erwähnungen
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Günther Oettinger Baden-Württemberg mit 157 aktuellen Erwähnungen
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Kurt Beck Rheinland-Pfalz mit 94 aktuellen Erwähnungen
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Dieter Althaus Thüringen mit 74 aktuellen Erwähnungen
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Ole von Beust Hamburg mit 52 aktuellen Erwähnungen
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Erwin Sellering Mecklenburg-Vorpommern mit 51 aktuellen Erwähnungen
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Wolfgang Böhmer Sachsen-Anhalt mit 48 aktuellen Erwähnungen
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Jens Böhrnsen Bremen mit 12 aktuellen Erwähnungen
Auswertung vom 15.09.2009 - 22.09.2009, erstellt mit blueReport
Am kommenden Sonntag wird entscheiden, ob es eine zweite Chance für die große Koalition geben wird und ob aus Gegnern wieder Partner werden. Die Bundestagswahl wird über die Zukunft von Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier entscheiden, doch auch in Schleswig-Holstein und Brandenburg stehen zwei große Koalitionen zur Disposition.
Der gleichermaßen unterhaltsame wie nervige Hahnenkampf zwischen Peter Harry Carstensen und seinem Kontrahenten Ralf Stegner ist mittlerweile auch überregional Gegenstand der Berichterstattung geworden. So weiß man zunehmend im gesamten Bundesgebiet, dass die Herren sich kräftig um die Klimapolitik, die Bildungspolitik und die HSH Nordbank streiten. Vor allem weiß man aber: Die beiden mögen sich nicht und das kompromisslos. Carstensen sicherte dies einen Anstieg der medialen Präsenz um fünf Plätze und hat jetzt nur noch die A-Prominenz der Ministerpräsidenten in Form von Seehofer, Koch, Müller und Rüttgers vor sich.
Bei Matthias Platzeck zu Hause gibt es dagegen keinen Streit. Zu sicher scheint es, dass er Ministerpräsident bliebt und wahrscheinlich auch ganz gerne in einer Koalition mit der CDU. Aber Harmonie bringt keine Schlagzeilen und so bleibt Matthias Platzeck eben nicht nur Ministerpräsident im „Land des Lächelns, wie Spiegel Online jüngst titelte, sondern auch irgendwie im Mittelfeld.
Ach ja:
Vor kurzem haben wir uns noch gefragt, wo er eigentlich steckt. Doch jetzt startet Stanislaw Tillich mit einer schwarz-gelben Koaltion durch und kann so rekordverdächtige sechs Plätze in unserem Ranking gewinnen.
Ich habe mein bestes gegeben. Ich wollte mich bei SPD, CDU, FDP und den Grünen im Wahlkampf einbringen. Doch nach diesem Selbstversuch steht fest: Wahrscheinlich wäre ich nur für die Julis/die FDP auf Wahlkampftour gegangen. Bei allen anderen Parteien blieb es bei dem weiterleiten von Emails, beim unterstützen in Sozialen Netzwerken und teilweise warte ich immer noch auf eine Antwort.
Keine Kontakte vor Ort
Das Hauptproblem: Nach der Anmeldung über die zentralen Seiten der Parteien funktioniert die Anbindung an die Kontakte vor Ort nicht. Bei keiner Partei meldete sich ein Mitglied aus meiner Heimatstadt um mich in die Arbeit einzubinden. Stattdessen sorgen unnötig komplizierte Brüche in der Kommunikation für ein Abbrechen.
Medienbrüche
So sollte ich etwa für die Jusos eine Email an Freunde weiterleiten. Doch anstatt mit einem Klick zu einer Seite zu gelangen, auf der man die Emailadressen eingeben kann, sollte alles von Hand kopiert und verschickt werden. Oder ich soll mir meine Gruppen vor Ort selbst aus einer Liste raussuchen, anstatt mir diese direkt per Email zu schicken. Oder ich gelange nach dem Klick auf einem Bestellbutton in einer Email auf eine Internetseite, auf der ich mir die Emailadresse für die Bestellung rauskopieren, und wieder in mein Emailprogramm einfügen muss. Komplizierter geht es wohl nicht.
Und überhaupt: Die Email. Fast alle haben die Email für sich entdeckt, sehen sie aber lediglich als eine Art Newsletter an. Wo sind SMS, Brief und Telefonanruf? Warum erinnert mich niemand per SMS an einen Termin in meiner Stadt? Dabei habe ich meine Daten doch angegeben?
Warum habe ich den Eindruck, dass einige nur an Spenden (Grüne), andere gar nicht an mir (Junge Union) interessiert sind? Wo kann ich meine Ideen einbringen, wenn ich dies möchte? Das ist anscheinend nicht vorgesehen. Dialog? Fehlanzeige.
Können es sich die Parteien tatsächlich erlauben, auf so viel Mobilisierungspotential zu versichten? Oder ist es die Unwissenheit darüber, wie man Kampagnen im Web 2.0 organisiert? Ich hoffe es ist letzteres. Ein ernüchterndes Ergebnis.
Miriam Meckel seniert über die inszenierte Volksnähe von Deutschlands Volksparteien. Nicht zu unrecht, zeigt auch der TV-Bericht von Frontal21, der die bald grösste Bundestagsfraktion - die der Nichtwähler portraitiert. Der Link zur TV-Reportage Nichtwähler: Die stärkste der Parteien?
Angela Merkel Bundeskanzlerin mit 4346 aktuellen Erwähnungen
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Frank-Walter Steinmeier Außenminister mit 2663 aktuellen Erwähnungen
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Peer Steinbrück Finanzminister mit 645 aktuellen Erwähnungen
4
3↑
Sigmar Gabriel Umweltminister mit 537 aktuellen Erwähnungen
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Karl-Theodor zu Guttenberg Wirtschaftsminister mit 479 aktuellen Erwähnungen
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Wolfgang Tiefensee Verkehrsminister mit 416 aktuellen Erwähnungen
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7↑
Annette Schavan Bildungsministerin mit 396 aktuellen Erwähnungen
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Ulla Schmidt Gesundheitsministerin mit 356 aktuellen Erwähnungen
9
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Ilse Aigner Landwirtschaftsministerin mit 304 aktuellen Erwähnungen
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Wolfgang Schäuble Innenminister mit 287 aktuellen Erwähnungen
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Olaf Scholz Arbeitsminister mit 272 aktuellen Erwähnungen
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Ursula von der Leyen Familienministerin mit 220 aktuellen Erwähnungen
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Franz Josef Jung Verteidigungsminister mit 156 aktuellen Erwähnungen
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Brigitte Zypries Justizministerin mit 108 aktuellen Erwähnungen
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Heidemarie Wieczorek-Zeul Entwicklungshilfeministerin mit 41 aktuellen Erwähnungen
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Thomas de Maizière Chef des Kanzleramts mit 24 aktuellen Erwähnungen
Auswertung vom 13.09.2009 - 20.09.2009, erstellt mit blueReport
Wie sieht das Kabinettsranking in der letzten Woche vor der Bundestagswahl aus? Auf den Plätzen eins und zwei sind unsere Kuschel-Koalitionäre Merkel und Steinmeier (Merkel mit mehr als 1600 Erwähnungen Vorsprung), gefolgt von Steinbrück und Gabriel. Letzterer konnte dank der Atomdebatte sein Thema finden und drei Plätze aufsteigen.
Hoch ging es auch für Annette Schavan und zwar gleich um sieben Plätze. Mit einer Studie aus ihrem Ministerium brachte sie sich ungewollt in die Medien. Das war nicht angenehm, aber besonders gestört haben dürfte es sie auch nicht. Denn in Berlin geht man eh davon aus, dass sie dem nächsten Kabinett nicht mehr angehören wird.
Ein Profitör des Atomthemas ist der Verteidigungsminister. Für ihn ging es zehn Plätze in der Medienaufmerksamkeit nach unten. Das dürfte ihm sehr recht sein, denn nach den Bombardierung eines Tanklaster machte er in der Kommunikation keine besonders gute Figur. Aussitzen hat aber auch hier vorerst geholfen.
Für eine Partei mit einer so langen basisdemokratischen Tradition wie die Grünen sollte Mitbestimmung im Netz ja eine Selbstverständlichkeit sein. „Meine Kampagne“ heißt das Mitmachportal der Grünen. Nach dem einloggen lassen mich die Grünen wissen, das ihnen meine Privatsphäre wichtig ist. Ich kann jeden Kommunikationsweg einzeln freigeben. Dann soll ich sagen, warum ich die Grünen unterstützen möchte und was ich machen würde. Weil ich sehr motiviert bin wähle ich ziemlich oft ja. Auf der Seite „Aktionen“ wir vorgeschlagen, ein Fax an Innenminister Schäuble zu schicken. Oder ich solle doch grüne Fäden an gut sichtbare Orten aufhängen. Beides überzeugt mich nicht besonders. Und um ein Plakat zu spenden fehlt mir leider das nötige Kleingeld.
Bei der Grünen Jugend habe ich mich für Wahlkamptouren angemeldet. Ich bekomme per Email eine Antwort, leider eine Standartantwort, bei der man sich noch nicht einmal die Mühe gemacht hat, die Anrede anzupassen: „Liebe/r Christian“ heißt es dort.
„schön, dass du dich im Wahlkampf engagieren und/oder bei den Hochtouren mitfahren möchtest! Du bist jetzt vorgemerkt Ob zu deinem Wunschzeitraum noch Platz in deiner Wunschtour ist, wann konkrete Aufgaben anstehen, bei denen du uns helfen kannst oder wie du dich in deinem Landesverband einbringen kannst, erfährst du in der nächsten Zeit.“ Also warte ich. Es dauert Tage, Woche, eine Antwort bekomme ich nicht.
Statt dessen schreiben mir die Grünen fleißig Emails: „Als kleinste der Parteien mit dem kleinsten Wahlkampfbudget haben wir es schwer uns gegen die „Materialschlacht“ der großen Parteien durchzusetzen und uns Gehör zu verschaffen. So hat die SPD gerade an nahezu alle Haushalte einen Brief verschickt. Da können wir nicht mithalten. Aber wir können mit Deiner Hilfe GRÜN noch sichtbarer machen“, so die Geschäftsführerin Steffi Lemke.
Aus einer Email der Grünen
Sie schlägt ein paar Aktionen vor und: „Wenn Du es Dir leisten kannst, unterstütze bitte den Wahlkampf mit einer Spende!“ Ich kann es mir nicht leisten und bin etwas enttäuscht. Gerne hätte ich aktiv etwas gemacht. Doch aus meiner Stadt meldet sich niemand von den Grünen oder von der Grünen Jugend. Also bleibe ich zu Hause.