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Und die Piraten so: Yeaahh!

Posted: September 25th, 2009 | Author: Anne Straube | Filed under: Allgemeines | Tags: , , |

„DIE KANZLERIN KOMMT“ Nicht ohne Stolz kündigt die CDU Wahlkampfauftritte ihrer Kandidatin für das Bundeskanzleramt in den Wahlkreisen an. Bürgernähe nennt man dies und die ist auch in diesem Wahlkampf noch sehr wichtig. Zahlreich hört man Geschichten von Menschen, deren Wahlentscheidung auf einen flüchtigen Wink des Spitzenkandidaten während einer Supermarkteröffnung zurückgeführt werden kann.
Was Frau Merkel dabei tatsächlich zu sagen hat, scheint für diesen Wähler doch eher zweitrangig. Aber es gibt sie noch: Menschen, die auf die Inhalte Wert legen. Angesichts der wenigen wirklichen Inhalte, mit der die CDU diesen Wahlkampf bestreitet, dürfte die Freude über den Besuch der Kanzlerin sich eher in Grenzen halten. Ein Hamburger verlieh genau dieser fehlenden Begeisterung vier einfache Worte, die er direkt neben die frohe Ankündigung des Besuchs schrieb: „Und alle so: „Yeaahh“
Das Beschriften und Bemalen von Wahlplakaten scheint ein eher alter Hut, wo sich doch mittlerweile im Internet jeder seinen eignen Lieblingsslogan neben das Bild von Schäuble setzen kann. Aber da Offline-Sarkasmus auch bei der neuen Online-Generation ankommt, verbreitete sich das Foto dieses Plakates in großer Geschwindigkeit in der Blogosphäre, zahlreich kommentiert und diskutiert. Und schon war eine Idee geboren: Wieso sollten eigentlich nicht wirklich alle so: „Yeaahh“ schreien, wenn Frau Merkel schon mal da ist? Spontan, dezentral organisiert und für jeden offen - ein Flashmob.

Dank Twitter verbreitete sich die Nachricht rasend schnell und so geschah der Kanzlerin in ihrer letzten Wahlkampfwoche folgendes: Nach jedem ihrer Wahlkampfsätze begannen Teile des Publikums frenetisch zu jubeln, „Yeaahh“ zu brüllen und Fahnen zu schwenken - in Hamburg, in Mainz, in Wuppertal, in Berlin. Yeaahh - ein Selbstläufer, den sich die SPD-Nordkurve nicht schöner hätte ausdenken können. Aber, die hatte damit recht wenig zu tun, die Fahnen der Yeaahh-Brüller sind nicht rot, sondern Orange. Vor allem Piraten scheinen die Flashmob-Störenfriede zu sein. Aber wieso? Ist die Internetgemeinde so fest in Piratenpartei-Hand? Oder sind es einzig die Freibeuter, die die Verknüpfung von On und Offline-Wahlkampf so kreativ zu nutzen vermögen?


Flashmob in Hamburg

Auf jeden Fall dürften die Piraten, spätestens mit ihrer Teilnahme am „Yeaahh“-Flashmob ihr vorerst wichtigstes Ziel, die Erhöhung ihrer Bekanntheit, geschafft haben.
Zahlreiche klassische Medien berichten mittlerweile über die vermeintlichen Merkel-Fans und in fast allen Berichten finden sich auch die Piraten wieder.
Aufmerksamkeit ist gut, allerdings, passt auch der Vorwurf der Medien gegenüber den Yeaahh-Rufern: auf Inhaltleere mit Inhaltslosigkeit zu reagieren. So müssen sich auch die Piraten oft mit der Frage auseinandersetzen, ob sie außer ihrem Steckenpferd Internet und Bürgerrechte nicht auch inhaltsleer sind.
Bemerkenswert: während klassische Medien das Thema erst langsam für sich entdeckt haben, ist die Blogosphäre Inhaltlich schon weiter gezogen. Yeaahh ist dort allenfalls noch eine Randnotiz.

Vergleich Blogs und klassische Medien

Vergleich Blogs und klassische Medien



One Comment on “Und die Piraten so: Yeaahh!”

  1. 1 salvador said at 03:40 on Juli 31st, 2014:

    shelters@belching.reaction” rel=”nofollow”>.…

    good!…


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