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Generation JU ist in der Onlinewelt noch nicht angekommen

Posted: Oktober 11th, 2009 | Author: Gregor Landwehr | Filed under: Allgemeines | Tags: , , , , | 40 Comments »

Wieder einmal zeigt die Junge Union (JU), die nach eigenen Angaben mit 127.000 Mitgliedern größte politische Jugendorganisation Europas, wie wenig onlineaffin sie ist. In einer Woche veranstaltet die JU ihren Deutschlandtag in Münster. Dabei soll es wieder die Aktion „Deine Frage an den Deutschlandtag“ geben. „Diskutieren mit der Bundeskanzlerin? Jetzt gibt es die Möglichkeit dazu: Auf dem Deutschlandtag der Jungen Union in Münster kannst Du online Deine Fragen an die Gäste stellen, als E-Mail oder auch als Videobotschaft an deutschlandtag@junge-union.de - so, als wärst Du direkt dabei“ heißt es dazu von der JU.

Grundsätzlich eine nette Idee, doch wer auf www.deutschlandtag.de klickt findet nur ein Formular um eine Frage an „Dr. Angela Merkel“ zu stellen, will man die Frage per Video stellen, muss man dieses per Email einschicken. Was dann mit den Fragen passiert, wie diese ausgewählt werden und wie man darauf eine Antwort bekommen soll, dazu finden sich keine Angaben.

Anstatt beispielsweise die Nutzer darüber abstimmen zu lassen, welche Fragen beantwortet werden sollen wir hier eine Pseudo-Partizipation geschaffen. Wie man eine ähnliche Aktion sinnvoll durchführen kann zeigen dagegen die Julis. In einem Redewettbewerb hatten Sie die Nutzer aufgerufen, Reden für den Bundeskonkress einzureichen. Diese konnten dann bewertet werden, der von den Nutzern gewählte Gewinner darf seine Rede bei der Veranstaltung halten.

Wenig Auswahl: So sieht es aus, wenn man beim Deutschlandtag eine Frage stellen will.

„Die Junge Union bleibt mit ihren 127.000 Mitgliedern deutlich größer als die Parteien Bündnis 90/ Die Grünen mit 47.000 Mitgliedern und unser künftiger Koalitionspartner FDP mit 70.000 Mitgliedern zusammen“, sagt der JU-Chef . Doch grade die kleineren Parteien gelingt die Einbindung Ihrer Mitglieder oft besser. Dass gerade eine Jugendorganisation sich so wenig auf die Onlinekommunikation einlässt ist nicht nur schade, sondern auch höchst unprofessionell.



Das große Stühlerücken

Posted: Oktober 6th, 2009 | Author: Gregor Landwehr | Filed under: Bundestagswahl | Tags: , , | 1 Comment »

Das große Stühlerücken in Berlin hat begonnen

Während bei den Koalitionsverhandlungen in Berlin um die Ministerposten gefeilscht wird werden die Mitarbeiter in der zweiten Reihe oft vergessen. Denn nach jeder Wahl beginnt in Berlin das große Stühlerücken in den Abgeordnetenbüros und Ministerien. Die Verträge der wissenschaftlichen Mitarbeiter der Bundestagsabgeordneten laufen in der Regel noch bis Ende Oktober. Besonders hart trifft es die Angestellten von SPD-Abgeordneten. 76 Parlamentssitze haben die Sozialdemokraten verloren, an jedem Abgeordnetem hängen zwei bis drei Arbeitsplätze in Berlin und zwei im Wahlkreis. 150 Angestellte von SPD-MdB’s stehen jetzt auf der Straße.

Natürlich könnte man jetzt sagen, die Mandate und somit auch die Stellen sind ja nicht weg, sondern nur von anderen Abgeordneten besetzt. Und diese brauchen ja schließlich auch Mitarbeiter. Doch bei der „Konkurrenz“ anzufangen ist für viele nicht denkbar – die Chancen etwa bei einem Unionsabgeordneten unter zu kommen sind eh gleich null. So bleibt nur der Weg zu Jobbörse der Bundestagsverwaltung und zur Arbeitsagentur Berlin-Mitte. Diese kommt den kurzfristig arbeitslos gewordenen entgegen. Sie verzichtet auch die sonst übliche Meldepflicht von drei Monaten vor Ende des Arbeitsverhältnisses.

Wer über entsprechende Kontakte verfügt kann darauf hoffen bei Verbänden, Agenturen oder in der Wirtschaft unterkommen. In Ministerien sind die Aussichten für Sozialdemokraten hingegen schlecht. Denn SPD-geführte Ministerien gibt es nicht mehr, die Fraktion und auch der Parteiapparat werden wohl erst einmal personell zusammengestrichen werden. Schlechte Aussichten also auf einen Job im Umfeld der Politik.