politReport.de Parteien-IndexpolitReport.de Parteivorsitzende in den Medien

Das soziale Gewissen der CDU

Posted: November 3rd, 2009 | Author: Gregor Landwehr | Filed under: Allgemeines |
Karl-Josef Laumann. Foto: Landwehr

Karl-Josef Laumann. Foto: Landwehr

„Ich möchte, dass die Arbeitnehmer-Gruppe im Bundestag so stark ist, wie die FDP“, sagt Karl-Josef Laumann (CDU). Ein bisschen kann man diese Aussage verstehen. Denn Laumann ist nicht nur Arbeitsminister in Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Bundesland in Deutschland, sondern auch Bundesvorsitzender der Christlich-Demokratischen-Arbeitnehmerschaft (CDA), eine Vereinigung der CDU, die sich für die Interessen der Arbeitnehmer einsetzt.

Nicht nur CDA-Mitglieder hätten den 52-jährigen gerne als Arbeitsminister sehen. Auch viele Journalisten hätten dem Münsterländer viel abgewinnen können. Ähnlich wie der ehemalige Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) ist Laumann ein Freund der klaren Worte, der kein Blatt vor den Mund nimmt. „Ich mag die doch nicht“, sagt er, angesprochen auf den Koalitionspartner FDP.

Der ehemalige Betriebsrat möchte das Schonvermögen von Arbeitslosen erheblich erhöhen, außerdem will er eine „Mindestrente“ einführen und eine Steuerentlastung für „mittelverdienende“. Der gelernte Maschinenschlosser aus katholisch geprägtem Elternhaus im Nord-Münsterland ist damit so etwas wie das soziale Gewissen in der CDU. Er will bewusst einen Gegenpol bilden zu den liberalen Position der FDP. So warnt er etwa vor der Arbeitnehmerfreizügigkeit, wenn ab 2011 jeder mit einem polnischen Tarifvertrag in Deutschland Leiharbeit anbieten darf. „Das halten wir nicht aus“, ist sich Laumann sicher.

Mit seinen Positionen, stark geprägt von der christlichen Soziallehre, trifft er den Nerv vieler CDU-Wähler. Seine Herkunft aus dem Münsterland, wo man hart arbeitet, zuweilen aber auch feiert, verleugnet er nicht. „Du bist einer, der auch mal zugibt, das er auch mal einen Schnaps trinkt“, hört man Freunde über ihn sagen.

Laumann selbst lobt seinen Chef, den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers. Mit diesem wolle er in Berlin einiges durchsetzen, so Laumann. Aus der FDP kommt bereits Kritik an den beiden „Sozialdemokraten in der CDU“. „Es ist bemerkenswert, dass NRW-Arbeitsminister Laumann seit dem Erfolg der FDP bei der Bundestagswahl täglich für Positionen trommelt, für die die SPD gerade in die Wüste geschickt worden ist“, sagte FDP-Landtagsfraktionschef Gerhard Papke. Den Liberalen stoße sauer auf, wie sich ihr Koalitionspartner in Düsseldorf seit Tagen gegen bundespolitische Forderungen der FDP in Stellung bringe.




Leave a Reply