Es hat pop gemacht
Posted: November 15th, 2009 | Author: Gregor Landwehr | Filed under: Allgemeines | Tags: Dresdn 2009, Parteivositzender, Sigmar Gabriel, SPD Parteitag |In Dresden hörte man an diesem Wochenende oft das Wort Tradition. Franz Müntefering beschwörte 146 Jahre Parteigeschichte, Informationstafeln im Foyer erzählen den Weg von der Arbeiterbewegung zur Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Den Delegierten tut es offenbar gut, sich an solche, vermeintliche bessere Zeiten zu erinnern.
Denn den Mitgliedern hat die SPD in den letzten Jahren viel zugemutet. Dresden musste zum Wendepunkt werden, das war hier allen klar. Aber nur von der Vergangenheit zu zehren reicht nicht. Anlass zur Hoffnung gibt es. Zum einen gingen im Willy Brand Haus in den letzten Wochen so viele neue Mitgliedsanträge ein wie noch nie. Und dann war da noch der einst als Pop-Beauftragter abgeschriebene Niedersachse Sigmar Gabriel, der sich mit seiner Parteitagsrede zum neuen Hoffnungsträger machte. Umjubelt, gefeiert, umarmt. Bei seiner Rede hat es pop gemacht.SPD-Fossil Franz Müntefering hingegen sagte in seiner Analyse der Bundestagswahl, die Wahlniederlage sei dem Zug der Zeit geschuldet, der in eine andere Richtung fuhr. Was nichts anderes heißt, als das sich die SPD im Lauf der Zeit überlebt hat. Ihre Wähler sind bei der Linkspartei, bei den Grünen und auch der Union angekommen. Braucht Deutschland keine SPD mehr? Deutschland braucht eine neue SPD. Sie muss sich neu finden. Sigmar Gabriel gab mit seiner Definition der SPD als Politikwerkstatt die wohl treffendste Charakterisierung der Partei in den nächsten Monaten, vielleicht sogar Jahren. Vieles ist angefangen, fertig ist von der neuen Partei noch nichts.
Doch dafür muss sich die SPD erst frei machen von allen Altlasten. Ein Oppotisionsführer Frank-Walter Steinmeier kann schnell zu einer Belastung werden. Junge Hoffnungsträger gibt es zwar, doch die sind die Verlierer nach der Bundestagswahl. Sie müssten eingebunden in der Politikwerkstatt, in der es noch viel zu feilen, fräsen und lackieren gibt, bis die neue SPD entstehen kann. Dresden war erst der Anfang, auf den Blick nach vorne muss nun der erste Schritt nach vorne erfolgen.



Frank-Walter Steinmeier eine Belastung? Das ist seit Schröder der erst sympathische SPD Politiker. Den sollen sie mal bloß behalten.
Die SPD Zeit hat jetz einige Jahre zeit für ihre erneuerung, wozu alles gut personal denn jetzt schon verbraten.. zwei parteivorsitzende werdens doch mindestens noch bis 2013
Der einzige der in der SPD noch nicht vorbelastet ist dürfte Klaus Wowereit sein, allerdings hat er bislang kein führendes Amt in der Partei. Steinmeier steht zu sehr für das Wahldebakel und die Agendapolitik.