Posted: April 22nd, 2010 | Author: Gregor Landwehr | Filed under: Ministerpräsidenten-Ranking | Tags: Christian Wulff, NRW in guten Händen | No Comments »
Das Medienranking der Ministerpräsidenten
Jürgen Rüttgers kämpft zur Zeit um sein Amt als Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen. Zum Wahlkampfauftakt hatte er die Arena in Oberhausen mit jeder Menge Klatschvieh füllen lassen um dann mit Reden und dem CDU-Wahlkampfsong „NRW in guten Händen“ für Stimmung zu sorgen. Letzteres ist eine über vier Minuten dauernde Lobpreisung von NRW („Mit Stolzer Tradition und vielfältig schön“) und der CDU-Politik („NRW bleib stabil (…) nach vorn und nicht zurück (….) wir sind bereit“). Richtige Stimmung in der Halle kam trotz oder grade wegen dem Lied nicht auf. Der CDU war das offenbar nicht genug, schnell wurde auch noch ein „Musikvideo“ produziert und bei Youtube eingestellt. Wenn es bei der letzten Wahl mit dem NRWin-Song („Wir sind bereit für einen Neuanfang“) für Rüttgers zum Wahlsieg reichte, könnte es diesen Mai knapp werden. In die Hände spielt im allerdings die SPD, deren Vorsitzender Sigmar Gabriel leistete sich einen peinlichen Versprecher in der Bundespresskonferenz und gab den Rot-Rot-Grün-Gerüchten neue Nahrung.
Der zweite Landesvater der sich medial zurückmeldete war Christian Wulff. Er bildete sein Kabinett um und sorgte mit der erste Ministerin mit Migrationshintergrund sowie der erste ostdeutschen Ministerin in einem westdeutschen Bundesland für mediale Aufmerksamkeit. Damit sendete er auch an seine Parteifreunde Angela Merkel, Jürgen Rüttgers und Roland Koch ein deutliches Signal: Mit mir könnt ihr noch rechnen wenn es um die Kanzlerschaft geht.
Posted: April 21st, 2010 | Author: Marie Bartels und Daniel F. Lorenz | Filed under: Allgemeines, Europawahl | Tags: NZZ, Vulkan | No Comments »

Wir lesen gerne über Katastrophen, deshalb werden sie uns ständig medial geliefert. Zu den wirklich guten gehören heftig wütende Naturgewalten, die mit einer unvorhersehbaren Plötzlichkeit für Tod, Verzweiflung und Zerstörung sorgen. Verfolgt man die Presselandschaft mit ihrer Sprache und Semiotik des Katastrophalen, möchte man meinen, es hätte uns gerade ein schweres Desaster heimgesucht. Die Flughäfen in Europa werden erst langsam wieder geöffnet. Die Katastrophe, deren Auslöser der isländische Vulkan Eyjafjallajökull sein soll, scheint endlich überstanden.
Die medial aufgemachte Katastrophe
Tagelang starrte unsere Medienlandschaft auf ein Ereignis, das im Grunde keines war: Keine Leichen, keine zerstörten Häuser, an denen herzzerreißende Schicksale hängen, keine Tränen. Statt dessen Menschen, deren Urlaub nun eine Woche später beginnt oder in den heimischen Garten verlegt wird, und Banker, die das ach-so-wichtige Meeting in London verpassen. Dennoch wurde alles aufgemacht, als sei wieder Furchtbares passiert: Verzweifelte Menschen in Notunterkünften an Flughäfen, die nun doch keine Woche auf einer Mittelmeerinsel verbringen werden; Graphiken über unternehmerische Verluste, die irgendwie keine sind, denn bestehende Werte wurden nicht zerstört, sondern lediglich nie erwirtschaftet. Von denen, die gerade das Geschäft ihres Lebens machen, redet keiner.
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Erst unsere Abhängigkeit macht das Ereignis zum Ereignis
Und welche Auswirkungen hatte es auf unser Leben, dass wir für ein paar Tage um die Option beraubt waren, mit dem Flugzeug schnell einmal eine Oper in Mailand zu besuchen? Was diese „Katastrophe“ zerstörte waren keine Menschenleben. Allenfalls unsere Vorstellung der Verfügbarkeit von Raum und damit Welt musste in den vergangen Tagen gehörige Abstriche machen. Die in Zeiten der Globalisierung omnipräsente Vorstellung, prinzipiell jeden größeren Flughafen innerhalb eines Tages erreichen zu können, ist wahrscheinlich das Einzige, das in der Aschewolke je erstickte. Die Globalität von Vulkaneruptionen ist schon früher – man denke nur an den Ausbruch des Krakatau 1883 – ein Faktum gewesen, neu sind allemal die Formen der realen und psychischen Auswirkungen. Jenseits konstruktivistischer Spitzfindigkeiten haben sich die auslösenden Naturereignisse nicht wesentlich verändert, die gesellschaftlichen Stoffwechselprozesse hingegen radikal. Erst unsere Abhängigkeit vom Luftverkehr macht das Ereignis zum Ereignis, den Stillstand zu etwas Bewegendem.
Im Grunde könnten wir uns glücklich schätzen. Kein einziges Flugzeug stürzte aufgrund von Vulkanasche in den vergangenen Tagen ab. Die Behörden reagierten - wenn auch aufgrund fragwürdiger Daten – verständlich und sperrten den Luftraum über Europa. Eine Katastrophe im eigentlichen Sinne hat nie stattgefunden.
Dieser Artikel ist auch bei NZZ Online erschienen.
Posted: April 18th, 2010 | Author: Simone Wagner | Filed under: Allgemeines, Ministerpräsidenten-Ranking | Tags: Hannelore Kraft, Landtagswahl, NRW | No Comments »
Das Medienranking der Ministerpräsidenten
Deutschalnd dreht sich im Moment um NRW und so bleibt Jürgen Rüttgers mit Abstand unangefochten auf Platzt 1 des Medienpräsenz-Rankings der Ministerpräsidenten. In den Umfragen sieht es allerdings nicht mehr so rosig für den amtierenden Ministerpräsidenten aus. In der Forsa-Umfrage vom 14.04.2010 kommen SPD und Grüne ebenso wie CDU und FDP jeweils gemeinsam auf 45% der Stimmen. Neben der stetig abnehmenden Zustimmung für die FDP, ist das Problem von Jürgen Rüttgers vor allem weiblich. Für Hannelore Kraft und die SPD gehen die Umfragewerte seit Wochen nach oben und auch in Sachen Medienpräsenz steht die Herausforderin ihm in nichts nach.
Bei dem zweiten weiblichen Problemfall handelt es sich um die bis vor kurzem nicht groß bekannte Innenministerin des Landes Roswitha Müller-Piepenkötter. Nach dem Mord an einer Frau in der sogenannten “Liebeszelle” der Haftanstalt Remscheid, war sie in die Kritik geraten. Während Süddeutsche.de sie heute den “Klotz am Bein von Jürgen Rüttgers” nannte, bliebt diesem im Moment wohl nicht viel anderes übrig, als sich hinter seine Ministerin zu stellen. Unruhen im Kabinett ist das letzte was sein Wahlkampf jetzt gebrauchen könnte.
Am 9. Mai wird gewählt und dann wird sich auch zeigen wie groß das weibliche Problempotential tatsächlich ist.