Wenn man ein Buch mit dem Titel „Die Meinungsmacher“ schreibt in dem es um die Hauptstadt-Journalisten geht, und dies mit dem Untertitel „Die Verwahrlosung de Hauptstadtjournalismus“ versieht, dann ist eigentlich schon vor dem lesen klar, was einen erwartet. Und so ist es auch keine Überraschung das die Autoren Leif Kramp und Stephan Weichert ein Bild zeichnen, dass zeigt, wie schlecht es um den Journalismus in Berlin bestellt ist. Da sind die Alphajournalisten, die sich ständig um sich selbst drehen, da sind Meinungskartelle und Absprachen, da sind die neuen Medien und die alten Talkshows. Und über all diesem Abgesang schwebt ein ständiges „damals in Bonn war alles besser.“
Wer sich ein wenig in Berlin und in der Medienbranche auskennt, der wird in dem Buch wenig neues entdecken. Da ist nichts, was nicht so, oder so ähnlich, schon einmal geschrieben worden ist. Dabei bleiben die Autor fast ausschließlich auf der Ebene des beschreibenden. Das ist zwar durchaus unterhaltsam geschrieben und lässt sich gut lesen, geht aber selten in die Tiefe. Immer wieder tauchen in dem Text Äußerungen auf, welche bei Interviews mit Journalisten entstanden sind, die eine der Grundlagen für das Buch waren.
Am Ende liefern die Autoren noch 10 Thesen „für einen besseren Hauptstadtjournalismus.“ Und darin, etwa bei dem Punkt „Hauptstadtjournalismus braucht Leitwölfe und Vorbilder“, revidieren die Autoren dann teilweise das, was sie auf rund 220 Seiten vorher mit einen häufig etwas pseudoinvestigativen Unterton kritisiert hatten. Angesprochen werden natürlich auch das Internet und Blogs. Das wäre eine Chance gewesen, bei dem Thema wirklich neue Akzente zu setzten. Doch diese Chance vergeben Kramp und Weichert.
Das Buch aus dem Verlag Hofmann & Campe hat rund 300 Seiten und kostet 20 Euro.
Angela Merkel
Bundeskanzlerin
mit 2666 aktuellen Erwähnungen
2
4↑
Kristina Schröder
Familienministerin
mit 906 aktuellen Erwähnungen
3
1↓
Guido Westerwelle
Außenminister
mit 708 aktuellen Erwähnungen
4
3↑
Rainer Brüderle
Wirtschaftsminister
mit 549 aktuellen Erwähnungen
5
9↑
Philipp Rösler
Gesundheitsminister
mit 497 aktuellen Erwähnungen
6
3↓
Wolfgang Schäuble
Finanzminister
mit 432 aktuellen Erwähnungen
7
2↑
Ursula von der Leyen
Arbeitsministerin
mit 385 aktuellen Erwähnungen
8
2↑
Karl-Theodor zu Guttenberg
Verteidigungsminister
mit 223 aktuellen Erwähnungen
9
1↓
Dirk Niebel
Entwicklungshilfeminister
mit 215 aktuellen Erwähnungen
10
5↓
Thomas de Maizière
Innenminister
mit 191 aktuellen Erwähnungen
11
→
Norbert Röttgen
Umweltminister
mit 164 aktuellen Erwähnungen
12
→
Ilse Aigner
Landwirtschaftsministerin
mit 152 aktuellen Erwähnungen
13
→
Peter Ramsauer
Verkehrsminister
mit 147 aktuellen Erwähnungen
14
1↑
Annette Schavan
Bildungsministerin
mit 125 aktuellen Erwähnungen
15
11↓
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
Justizminsterin
mit 115 aktuellen Erwähnungen
16
→
Ronald Pofalla
Chef des Kanzleramtes
mit 53 aktuellen Erwähnungen
Auswertung vom 28.06.2010 - 05.07.2010, erstellt mit blueReport
Für die einen ist es die Sommerpause, für die anderen die Ruhe vor dem Sturm. Auch wenn sich Angela Merkel heute noch optimistisch auf der letzten Pressekonferenz vor der parlamentarischen Sommerpause präsentierte, der Herbst muss nicht zur Kuschelzeit für die Koalition werden.
FDP und CSU wetterten in der vergangenen Woche einheitlich wie selten gegen die Vorschläge von Familienministerin Schröder zur Neuregelung des Elterngeldes. Wie den Empfängern des Arbeitslosengeldes II soll nun auch so genannten „Aufstockern“ der Sockelbetrag von 300 Euro gestrichen werden. Angesichts der Tatsache, dass das Elterngeld zur Förderung berufstätiger Eltern gedacht ist und die (an dieser Stelle stets angeführte) nicht berufstätige Arztgattin der Betrag weiterhin zustehen soll, eine schwierige Angelegenheit. Das finden zumindest die Kritiker aus den eigenen Reihen, von SPD, den Linken und den Grünen ganz zu schweigen. Die Vorwürfe von allen Seiten brachten Kristina Schröder auf Platz 2 des Rankings.
Auch die aktuellen Umfragewerte sehen keinen Sonnenschein für die Koalition. Spiegel-Online titelte heute mit einer Rot-Grünen Mehrheit.
Man kann Angela Merkel nur einen schönen Urlaub und erfolgreiches Ressourcen-Auftanken wünschen… Die Diskussionen zum Sparpaket stehen schließlich nach der Sommerfrische auch noch an.
Eine gescheiterte Schulreform in Hamburg und der mittlerweile sechste CDU-Ministerpräsident, der die Segel streicht. Beides passierte an einem Wochenende, offiziell das eine als Konsequenz des anderen. Aber so richtig sehen möchte diesen kausalen Zusammenhang niemand. Der Rücktritt von Ole von Beust hat eine immense mediale Resonanz auch losgelöst von der gescheiterten Schulreform. Hatte er einfach nur keine Lust mehr? War er schlicht amtsmüde und der Volksentscheid jetzt eine “passende Gelegenheit”?
Seine Medienpräsenz in den vergangenen Wochen hielt sich jedenfalls stark in Grenzen. Wenn überhaupt wurde im Zusammenhang mit der Schulreform über ihn berichtet. Andere Themen konnte oder wollte er wohl schon lange nicht mehr in die Diskussion einbringen.
Ole von Beust (blau) war in den vergangenen Wochen nur noch im Zusammenhang mit der Schulreform (rot) in den Online-Medien präsent. Das zeigt auch der Vergleich der Nennungen von Beusts ohne gleichzeitigen Bezug zur Reform oder dem Volksentscheid (orange).
Eine Absaugkappe soll die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko nun also richten. Zumindest meldete die PR-Abteilung dies heute als Fortschritt im Kampf gegen die Ölpest. Deratige Nachrichten sind alles andere als neu. Seit April gab es immer wieder neue Meldungen, die das Ende der Ölpest oder zumindest einen Stop des austretenden Öls verkündeten.
Online-Medienpräsenz von BP im Zusammenhang mit einer potentiellen Lösung und dem Stop der Ölkrise im Golf von Mexiko.
Will da jemand noch schnell eine gute Nachricht vor der Sommerpause verbreiten oder ist das tatsächlich ein seriöser Lösungsansatz? BP gibt an, über den Erfolg des Einsatzes erst in sechs Wochen endgültig Auskunft geben zu können…
Christian Wulff wird heute Nachmittag als neuer Bundespräsident vereidigt werden und die Nominierung Gaucks hat der SPD und den Grünen alles andere als geschadet. Und die Linken? Die gehen auch aufgrund der Äußerungen von Diehter Dehm mit einem handfesten Skandal aus der Wahl.
Trotz aller Distanzierung auch aus den eigenen Reihen, werfen die Ereignisse kein gutes Licht auf die Vergangenheitsbewältigung der Linken. Ob es bei einem kurzen medialen Aufflammen bleibt oder die Linkspartei langfristig Schaden genommen hat, wird sich in den nächsten Tagen und Wochen zeigen.