Der Integrationsgipfel: Ein leichter medialer Ausschlag
Posted: November 17th, 2010 | Author: Gregor Landwehr | Filed under: Allgemeines |Integration ist sicher eines der Themen, welches Deutschland noch in den kommenden Jahren beschäftigen wird. Belegt wird das starke Interesse durch die vielen Artikel rund um das Thema. Auf Regierungsebene ist die Integrationspolitik bei der Staatsministerin Maria Böhmer angesiedelt. Diese hat ihren Sitz direkt im Kanzleramt. Auch wenn sich die Pädagogikprofessorin Böhmer weiter ein Ministerium wünscht – der Dienstsitz Kanzleramt soll zeigen, welch hohen Stellenwert das Thema bei der Bundesregierung hat.
Doch die Integrationsdebatte kennt bislang nur einen Namen. Und der lautet nicht Böhmer, sondern Sarrazin. In den deutschen Onlinemedien und Blogs bestimmt der Ex-Finanzsenator und mittlerweile auch Ex-Bundesbanker die Debatte. Frau Böhmer dagegen taucht lediglich mit einigen leichteren Peaks in der Kurve der Berichterstattung auf, Sarrazin ist das Grundrauschen auf hohem Niveau.

Medienpräsenz in Onlinemedien und Blog im Zusammenhang mit dem Thema Integration im Vergleich: Sarrazin (blau), Böhmer (rot) und der Integrationsgipfel (grün).
Einmal im Jahr laden die Bundeskanzlerin und ihre Integrationsbeauftragte zum großen Integrationsgipfel. Schaufensterpolitik sagen die Kritiker, wichtiger Dialog die Veranstalter. Dass der Gipfel groß ist, zeigt sich vor allem an der Teilnehmerzahl. Neben vielen Verbänden geben sich auch Medienleute, etwa Kai Dieckmann oder Hubert Burda, die Ehre. Bei so vielen Teilnehmern bleibt jedem rein rechnerisch eine Redezeit von drei oder vier Minuten.
Was bleibt ist etwas mediale Aufmerksamkeit. Diese bezieht sich jedoch in erster Linie auf die Veranstaltung. Die Meinungsführerschaft in der aktuellen Debatte haben längst andere übernommen. Thilo Sarrazin legte mittlerweile die zweite, leicht überarbeitete Auflage seines Buches vor. Und was macht Frau Böhmer?


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