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Mit EEHS in den Europawahlkampf

Posted: Mai 2nd, 2009 | Author: Michael Metzger | Filed under: Europawahl | 25 Comments »

Wums! Auf den grünen Plakaten bundesweit rumst es einem entgegen, dass es kracht. Der Europa-Wahlkampf-Slogan der Umweltpartei ginge als dadaistisches Element durch, soll aber vor allem eines: Junge und unmotivierte Wähler an die Urnen locken. Europa wird es danken: Die Wahlbeteiligung von 2004 lag bei gerade mal 43 Prozent.

Wums! Hinter diesem knappen, einprägsamen Wörtchen verstecken die Grünen ein Akronym. Es steht für die Schlagworte Wirtschaft und Umwelt, Menschlich und Sozial. Die bestimmenden Themen des anstehenden Europawahlkampfes bringt die Partei damit erstaunlich gut auf den Punkt – und reiht sich ein in die Reihen der gegenwärtig um einen Parlamentssitz wahlkämpfenden Parteien. Nur Die Linke bringt noch ein weiteres großes Thema abseits der genannten Vier in Stellung: Krieg und Frieden, beziehungsweise die Frage eines Truppenabzugs aus Afghanistan.

Wums in Zahlen

In der aktuellen politReport-Auswertung ist das Thema „Wirtschaft/Europa“ prominent vertreten, mit 1618 Mediennennungen innerhalb der vergangenen sechs Wochen. Direkt dahinter kommen Krieg (604) und Frieden (411), zwei Begriffe, die an sich untrennbar zusammen gehören und somit in ihrer Gesamtheit unbestritten ein dominierendes Wahlkampfthema ausmachen. Die Umwelt ergattert einen respektablen dritten Platz mit 614 Nennungen. 167 Erwähnungen verzeichnet das Soziale, und die Menschlichkeit schafft immerhin noch 27 Treffer – möglicherweise ist der Begriff aber auch nur zu pathetisch, um von Journalisten und Bloggern leichtfertig verbraucht zu werden.

Spannend auch die Analyse der wahlkämpfenden Parteien an sich. Nicht nur die Grünen haben sich kreative Slogans ausgedacht. „Für Deutschland in Europa“ wirbt die FDP, katapultiert sich damit aber nur bedingt in den Mittelpunkt der öffentlichen Wahrnehmung: 2 Treffer in der aktuellen politReport-Analyse. Erfolgreicher ist der CDU-Slogan „Wir in Europa“ mit 53 Nennungen. Die Linken verzichten gleich auf einen Slogan, und werben stattdessen mit markanten Sprüchen. „Millionäre zur Kasse“, „Konsequent sozial“ oder „Raus aus Afghanistan“ steht auf deren Plakaten geschrieben. Die Protest-Partei kommt damit auf insgesamt 29 Nennungen. Sehr erfolgreich kämpft auch die SPD um öffentliche Aufmerksamkeit. Die Sozialdemokraten haben sich voll und ganz auf’s Negative Campaigning gestürzt, eine Strategie, in der der politische Gegner schlecht gemacht werden soll. Mit computergerenderten Motiven plakatieren attestieren sie der FDP ein Wählerklientel aus „Finanzhaien“, unterstellen der Linken „heiße Luft“ und der CDU „Dumpinglöhne“. Diskutiert wird viel über diese Art der Wahlkampfführung: Die SPD schafft 34 Nennungen. Und die Grünen? Wums scheint in der Öffentlichkeit noch nicht so angekommen. Magere 10 Hits tragen vielleicht der Tatsache Rechnung, dass der Slogan keine internationale Eignung vorweisen kann. Economy, Environment, Human and Social – das ergäbe EEHS. Und das lässt sich wirklich nicht aussprechen.