politReport.de Parteien-IndexpolitReport.de Parteivorsitzende in den Medien

And the winner is… nicht mehr dabei.

Posted: März 10th, 2011 | Author: Anne Straube | Filed under: Allgemeines | 3 Comments »

Das Kabinett Medienranking

  • 1 Angela Merkel
    Bundeskanzlerin
    mit 4970 aktuellen Erwähnungen
  • 2 4 Thomas de Maizière
    Verteidigungsminister
    mit 2303 aktuellen Erwähnungen
  • 3 11 Hans-Peter Friedrich
    Innenminister
    mit 2006 aktuellen Erwähnungen
  • 4 2 Guido Westerwelle
    Außenminister
    mit 1542 aktuellen Erwähnungen
  • 5 2 Annette Schavan
    Bildungsministerin
    mit 909 aktuellen Erwähnungen
  • 6 1 Rainer Brüderle
    Wirtschaftsminister
    mit 855 aktuellen Erwähnungen
  • 7 2 Norbert Röttgen
    Umweltminister
    mit 703 aktuellen Erwähnungen
  • 8 4 Wolfgang Schäuble
    Finanzminister
    mit 538 aktuellen Erwähnungen
  • 9 3 Peter Ramsauer
    Verkehrsminister
    mit 512 aktuellen Erwähnungen
  • 10 Ilse Aigner
    Landwirtschaftsministerin
    mit 484 aktuellen Erwähnungen
  • 11 2 Philipp Rösler
    Gesundheitsminister
    mit 339 aktuellen Erwähnungen
  • 12 3 Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
    Justizminsterin
    mit 332 aktuellen Erwähnungen
  • 13 5 Kristina Schröder
    Familienministerin
    mit 255 aktuellen Erwähnungen
  • 14 11 Ursula von der Leyen
    Arbeitsministerin
    mit 180 aktuellen Erwähnungen
  • 15 4 Dirk Niebel
    Entwicklungshilfeminister
    mit 168 aktuellen Erwähnungen
  • 16 Ronald Pofalla
    Chef des Kanzleramtes
    mit 21 aktuellen Erwähnungen
  • Auswertung vom 27.02.2011 - 06.03.2011, erstellt mit blueReport

Nach der Oscarverleihung wissen wir, auch Hollywood kann sich der Monarchie, zumindest im Film, nicht entziehen. Preisverdächtig sind auch die Dramen des deutschen Polit-Adels.

Der heimliche König und stete Lieblingsbaron der Nation hat abgedankt.
Karl Theodor Freiherr zu Guttenberg hatte die Grenzen seiner Kräfte vorletzten Dienstag erreicht, kurz nachdem auch Bundestagspräsident Lammert und Bildungsministerin Schavan ihre Grenzen erreicht hatten - die ihrer Toleranz gegenüber akademischem Betrugs. Damit scheint für Bundeskanzlerin Merkel die Welt wieder in Ordnung zu sein, nach Wochen schafft sie es wieder an den Platz, der ihr, Kraft ihres königlichen Amtes, zusteht: an die Spitze des Kabinetts(rankings).

Die beiden (alten) Neuen geben ihren Einstand und lassen es an Medienaufmerksamkeit nicht mangeln. Der politische Leisetreter de Maizière verdankt seine Präsenz dabei wohl eher dem “Bäumchen wechsel dich”-Spiel, das sich in Merkels Hofstaat zum beliebten Gesellschaftsspiel zu mausern scheint.
Neu-Innenminister Friedrich versucht es gar nicht erst mit königlicher Zurückhaltung, er poltert los und macht von Beginn an klar, dass seine Regentschaft einzig auf der christlichen Tradition fußt.
Gesellschaftsspiele und polternde bayerische Minister? Sollte so schnell wieder die normale Ruhe am Hof des Bundeskanzleramtes eingekehrt sein?

Der König ist tot! Lang lebe der König!

“Aus dem Kabinett, aus dem Sinn!” gilt vielleicht für Andere: Karl Theodor zu Guttenberg bleibt der heimliche König, mit 7962 Erwähnungen hat er mehr als Merkel und Neukronprinz de Maizière zusammen.
In Bayern wird schon die Wiederauferstehung Guttenbergs beschworen. Und auch auf Twitter wurde, ganz im christlichen Sinne Friedrichs, am letzten Donnerstag mit der Auferstehung gerechnet.

Die Langzeitfavoritin und damit Guttenberg-Rivalin auf die Thronfolge Ursula von der Leyen hat derweil ihre Chance im Dornröschenschlaf verbracht, selbst Fast-Beinah-Bald-vielleicht-doch-wieder Prinzessin Stephanie zu Guttenberg hatte letzte Woche mehr mediale Aufmerksamkeit( 209 Erwähnungen) als sie.
Solang es so aussieht, braucht Merkel eines mit Sicherheit nicht  zu fürchten, dass ihr jemand aus dem eigenen Hof einen Zacken aus der Krone bricht.



Demokratiecheck oder Wo sind sind all die Mädchen hin, was ist geschehen?

Posted: März 23rd, 2010 | Author: Anne Straube | Filed under: Allgemeines | Tags: , , , | 19 Comments »

„Das ist Demokratie, das Publikum hat entschieden.“ (Stefan Raab nach der Entscheidung, welcher Song in Oslo aufgeführt wird)

Bald ist wieder Wahltag.
Im Mai sind wieder viele Menschen aufgerufen im Namen der Demokratie ihre Stimme abzugeben. Ihre Stimme für den Kandidaten, der sie überzeugt.
Ja im Mai passiert es wieder: Europa wählt seinen Schlagerstar und NRW seinen Politstar.
Auch junge Frauen zwischen 18 und 25 Jahren sind aufgerufen es zu tun. Allerdings mit verschiedenem Erfolg: Des einen Hauptzielgruppe ist des anderen Problemfeld.
Den größten Erfolg und somit auch den größten Teil der beträchtlichen Einnahmen bringt genau jene Gruppe den Fernsehsendern, die bei der Landtagswahl 2005 unterdurchschnittlich wenig an die Urnen ging - junge Frauen aus sozialschwachen Verhältnissen.

Lena Meyer-Landrut (blau) und die NRW-Wahl (schwarz) im Vergleich

Lena Meyer-Landrut (blau) und die NRW-Wahl (schwarz) im Vergleich

An der medialen Präsenz kann es nicht liegen, die NRW-Wahl ist bereits Monate vor der Wahl präsenter als Stefan Raab und unser Girl für Oslo - Lena Meyer-Landrut.
Ist es also ein Mittel gegen Demokratieverdrossenheit, den Bundestag künftig auch via Telefon-Ted wählen zu können? Oder reicht vielleicht schon das Auslosen eines Autos unter allen (Wahl)-Teilnehmern?
Ein Chauvinist, wer böses dabei denkt.



Und die Piraten so: Yeaahh!

Posted: September 25th, 2009 | Author: Anne Straube | Filed under: Allgemeines | Tags: , , | 18 Comments »

„DIE KANZLERIN KOMMT“ Nicht ohne Stolz kündigt die CDU Wahlkampfauftritte ihrer Kandidatin für das Bundeskanzleramt in den Wahlkreisen an. Bürgernähe nennt man dies und die ist auch in diesem Wahlkampf noch sehr wichtig. Zahlreich hört man Geschichten von Menschen, deren Wahlentscheidung auf einen flüchtigen Wink des Spitzenkandidaten während einer Supermarkteröffnung zurückgeführt werden kann.
Was Frau Merkel dabei tatsächlich zu sagen hat, scheint für diesen Wähler doch eher zweitrangig. Aber es gibt sie noch: Menschen, die auf die Inhalte Wert legen. Angesichts der wenigen wirklichen Inhalte, mit der die CDU diesen Wahlkampf bestreitet, dürfte die Freude über den Besuch der Kanzlerin sich eher in Grenzen halten. Ein Hamburger verlieh genau dieser fehlenden Begeisterung vier einfache Worte, die er direkt neben die frohe Ankündigung des Besuchs schrieb: „Und alle so: „Yeaahh“
Das Beschriften und Bemalen von Wahlplakaten scheint ein eher alter Hut, wo sich doch mittlerweile im Internet jeder seinen eignen Lieblingsslogan neben das Bild von Schäuble setzen kann. Aber da Offline-Sarkasmus auch bei der neuen Online-Generation ankommt, verbreitete sich das Foto dieses Plakates in großer Geschwindigkeit in der Blogosphäre, zahlreich kommentiert und diskutiert. Und schon war eine Idee geboren: Wieso sollten eigentlich nicht wirklich alle so: „Yeaahh“ schreien, wenn Frau Merkel schon mal da ist? Spontan, dezentral organisiert und für jeden offen - ein Flashmob.

Dank Twitter verbreitete sich die Nachricht rasend schnell und so geschah der Kanzlerin in ihrer letzten Wahlkampfwoche folgendes: Nach jedem ihrer Wahlkampfsätze begannen Teile des Publikums frenetisch zu jubeln, „Yeaahh“ zu brüllen und Fahnen zu schwenken - in Hamburg, in Mainz, in Wuppertal, in Berlin. Yeaahh - ein Selbstläufer, den sich die SPD-Nordkurve nicht schöner hätte ausdenken können. Aber, die hatte damit recht wenig zu tun, die Fahnen der Yeaahh-Brüller sind nicht rot, sondern Orange. Vor allem Piraten scheinen die Flashmob-Störenfriede zu sein. Aber wieso? Ist die Internetgemeinde so fest in Piratenpartei-Hand? Oder sind es einzig die Freibeuter, die die Verknüpfung von On und Offline-Wahlkampf so kreativ zu nutzen vermögen?


Flashmob in Hamburg

Auf jeden Fall dürften die Piraten, spätestens mit ihrer Teilnahme am „Yeaahh“-Flashmob ihr vorerst wichtigstes Ziel, die Erhöhung ihrer Bekanntheit, geschafft haben.
Zahlreiche klassische Medien berichten mittlerweile über die vermeintlichen Merkel-Fans und in fast allen Berichten finden sich auch die Piraten wieder.
Aufmerksamkeit ist gut, allerdings, passt auch der Vorwurf der Medien gegenüber den Yeaahh-Rufern: auf Inhaltleere mit Inhaltslosigkeit zu reagieren. So müssen sich auch die Piraten oft mit der Frage auseinandersetzen, ob sie außer ihrem Steckenpferd Internet und Bürgerrechte nicht auch inhaltsleer sind.
Bemerkenswert: während klassische Medien das Thema erst langsam für sich entdeckt haben, ist die Blogosphäre Inhaltlich schon weiter gezogen. Yeaahh ist dort allenfalls noch eine Randnotiz.

Vergleich Blogs und klassische Medien

Vergleich Blogs und klassische Medien