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Alles über Web-Monitoring

Posted: September 19th, 2010 | Author: Gregor Landwehr | Filed under: Europawahl, Rezensionen | Tags: | 1 Comment »

webmonitoring

Immer genau bescheid zu wissen, was über die eigene Person, eine Marke oder eine Firma im Internet geschrieben und gesagt wird, das wird immer wichtiger. Beispiele, bei denen das Image einer Marke von Internetnutzer in kürzester Zeit zu Grunde gerichtet wurde, haben dafür gesorgt, dass auch in Konzernzentralen das Thema „Webmonitoring“ stärker in das Blickfeld gerückt ist. Und seit dem Barack Obama mit seiner Wahlkampagne dafür gesorgt hat, dass auch in Deutschland alle „Internetwahlkamp“ machen wollen, ist das Thema auch in den Parteizentralen präsent.

Die Frage die sich vielen stellt ist jedoch: Was ist Webmonitoring eigentlich? Und wie betreibt man es? Für alle die vor solchen Fragestellungen stehen lohnt ein Blick in das von Patrick Brauckmann herausgegebene Buch. In vier Teilen werden hier die Aufgaben von Webmonitoring erklärt, verschiedene Methoden erläutert und Analysemethoden von Daten vorgestellt sowie Beispiele aus der Praxis vorgestellt. Die Beiträge stammen von ganz unterschiedlichen Autoren, viele Stammen aus der Praxis und haben bereits eigene Erfahrungen mit dem Thema Webmonitoring gemacht, andere stammen von Wissenschaftlern. Entsprechend unterschiedlich in Umfang und Stiel fallen die einzelnen Kapitel aus. Von den Grundlagen über die Möglichkeiten bis zur Auswahl eines passenden Dienstleister wird das Thema an Beispielen aus Wirtschaft und Politik betrachtet. Damit ist es das bislang umfassendste Werk zum dem Themenkomplex und hat damit gute Chancen zu einem Standartwerk zu werden. Wer sich professionell mit Webmonitoring beschäftigt kommt an der Lektüre sicher nicht vorbei.

Das Buch ist im UVK-Verlag erschienen und kostet 39,90 Euro. Außerdem ist es bei Paper-C abrufbar.

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Oberbürgermeister legt sich mit Bloggern an

Posted: August 19th, 2010 | Author: Andrea Pietsch | Filed under: Allgemeines, Europawahl, Rezensionen | 1 Comment »

Die Negativschlagzeilen um den in den letzten Wochen stark in die Kritik geratenen Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland reißen nicht ab. Vor knapp einer Woche stellte der Duisburger Nachrichten-Blog Xtranews interne Anhänge des von der Stadt in Auftrag gegebenen Gutachtens zur Love-Parade-Katastrophe ins Netz. Diese Anhänge fehlen allerdings in der offiziellen Version des Gutachtens, welches die Stadt Duisburg auf ihrer Homepage öffentlich zur Verfügung stellt.

Die Reaktion der Stadt auf die Veröffentlichung folgte prompt. Sie leitete rechtliche Schritte ein und erwirkte durch eine einstweilige Verfügung mit Berufung auf das Urheberrecht, dass die Dokumente nicht mehr auf dem Blog nachzulesen sind.

Allerdings ist fraglich, ob dies der Stadt Duisburg und ihrem Oberbürgermeister wirklich hilft.

Die politReport-Auswertung zeigt einen deutlichen Anstieg der medialen Präsenz seit bekannt wurde, dass die Stadt Duisburg rechtliche Schritte gegen die Veröffentlichung durch Xtranews eingeleitet hatte. Offensichtlich haben die Stadt und ihr Oberbürgermeister den Zusammenhalt der Web 2.0 Community deutlich unterschätzt, denn diese verbreitet inzwischen die Nachricht des Verbots, sowie die pikanten Anhänge des Gutachtens weiter im Netz.

Adolf Sauerland im Zusammenhang mit der Loveparade in den Online-Medien (rot) sowie in Blogs und bei Twitter (blau).

Das Social Web reagiert sofort und intensiv: Adolf Sauerland im Zusammenhang mit der Loveparade in den Online-Medien (rot) sowie in Blogs und bei Twitter (blau).



Die Meinungsmacher: Im Hauptstadtjournalismus nichts Neues

Posted: Juli 25th, 2010 | Author: Gregor Landwehr | Filed under: Europawahl, Rezensionen | Tags: , , , | 3 Comments »

meinungsmacherWenn man ein Buch mit dem Titel „Die Meinungsmacher“ schreibt in dem es um die Hauptstadt-Journalisten geht, und dies mit dem Untertitel „Die Verwahrlosung de Hauptstadtjournalismus“ versieht, dann ist eigentlich schon vor dem lesen klar, was einen erwartet. Und so ist es auch keine Überraschung das die Autoren Leif Kramp und Stephan Weichert ein Bild zeichnen, dass zeigt, wie schlecht es um den Journalismus in Berlin bestellt ist. Da sind die Alphajournalisten, die sich ständig um sich selbst drehen, da sind Meinungskartelle und Absprachen, da sind die neuen Medien und die alten Talkshows. Und über all diesem Abgesang schwebt ein ständiges „damals in Bonn war alles besser.“

Wer sich ein wenig in Berlin und in der Medienbranche auskennt, der wird in dem Buch wenig neues entdecken. Da ist nichts, was nicht so, oder so ähnlich, schon einmal geschrieben worden ist. Dabei bleiben die Autor fast ausschließlich auf der Ebene des beschreibenden. Das ist zwar durchaus unterhaltsam geschrieben und lässt sich gut lesen, geht aber selten in die Tiefe. Immer wieder tauchen in dem Text Äußerungen auf, welche bei Interviews mit Journalisten entstanden sind, die eine der Grundlagen für das Buch waren.

Am Ende liefern die Autoren noch 10 Thesen „für einen besseren Hauptstadtjournalismus.“ Und darin, etwa bei dem Punkt „Hauptstadtjournalismus braucht Leitwölfe und Vorbilder“, revidieren die Autoren dann teilweise das, was sie auf rund 220 Seiten vorher mit einen häufig etwas pseudoinvestigativen Unterton kritisiert hatten. Angesprochen werden natürlich auch das Internet und Blogs. Das wäre eine Chance gewesen, bei dem Thema wirklich neue Akzente zu setzten. Doch diese Chance vergeben Kramp und Weichert.
Das Buch aus dem Verlag Hofmann & Campe hat rund 300 Seiten und kostet 20 Euro.



„Angepasst und ausgebrannt“ von Thomas Leif

Posted: Februar 23rd, 2010 | Author: Gregor Landwehr | Filed under: Rezensionen | Tags: , , | 1 Comment »

Wie ist es um den Nachwuchs in der deutschen Politik bestellt? Thomas Leif analysiert in seinem Buch wie die Parteien in der Nachwuchsfalle“ stecken. Dabei zeigt er, wer Politiker wird, welche Wege es gibt, wie Politikerkarrieren verlaufen und welches die Nachwuchstalente der Parteien sind.
Sein Ergebnis ist ernüchternd: gravierender Nachwuchsmangel, Opportunismus statt Charisma, Kompetenzverlust der Parlamente. Daher warnt Thomas Leif vor den Gefahren für die Demokratie. Auch wenn das Buch fast 500 Seiten umfasst, der Journalist Leif berichtet packend über das Innenleben der deutschen Politik. Penibel hat er recherchiert und Details zusammengetragen. Diese Interna und genauen Beschreibungen, ergänzt durch Interviews mit den Akteuren, zeichnen ein Bild der Lage, wie es umfassender und entlarvender bislang noch nicht zu lesen war.

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„Genial Dagegen“ von Robert Misik

Posted: Januar 20th, 2010 | Author: Gregor Landwehr | Filed under: Rezensionen | 28 Comments »

„Kritisches Denken von Marx bis Michael Moore“ verspricht der Autor Robert Misik auf seinem Buchcover. Im Grunde geht es dem linken Publizisten darum, zu zeigen, warum es so schwierig ist, auf kluge weise links zu sein. Er stellt verschiedene Denkschulen von Karl Marx über Antonio Negri, Andreas Baader, Slavoj Zizek bis Michael Moore vor. Dabei analysiert er „Der Neoliberale schließlich belustigt sich über Gedankenspiele aller Art, denn die Realität richtet sich nach Ihrer eigenen Logik: Gegen die mächtige Kraft der kapitalistischen Selbstbewegung kommt niemand an, ist er sich gewiß, und schon gar nicht gemand, der komplizierte Ideen wälzt. Solchen Marktpropheten gelten schon geerdete Typen wie beispielsweise Oskar Lafontaine als abgehobene und realitätsfremd, Leute wie Negri oder Zizek kreisen für sie gewissermaßen in einer anderen Galaxie.“ Und wie gut, so könnte man denken, dass sich Misik in diese Galaxien begeben hat. Denn der eigentlich Nutzen dieses Buches ist, dass er in den einzelnen Kapiteln einen guten über Blick über die genannten Theoretiker gibt. Eine komprimierte, stimmige Zusammenfassung, welche über die teils recht weit hergeholte Analyse von Misik den wirklich lesenswerte Teil ausmacht. Das Buch ist im Aufbau Verlag erschienen und kostet 8,50 Euro.

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Lernen von Obama?

Posted: September 25th, 2009 | Author: Gregor Landwehr | Filed under: Rezensionen | Tags: , , | 34 Comments »

Lernen von Obama?Grade im dahin plätschernden Bundestagswahlkampf wird der Ruf nach einem Obama-Wahlkampf schnell lauter. Doch was heißt das eigentlich? Und was kann man von Obama lernen? So auch der Titel des Buches, welches von der Bertelsmann Stiftung heraus gegeben wurde. Angenehm ist dabei, dass keiner der Autoren dazu neigt, das Internet zu glorifizieren. So wird man auch dem Anspruch des Untertitels „Das Internet als Ressource und Risiko für die Politik“ gerecht. Sie verweisen darauf, “Fehltritte, sprachliche Entgleisungen und häufig auch Gerüchte” blieben im Netz erhalten und seien “meist noch nach Wochen abrufbar”.
Die Politikwissenschaftler Leonard Novy und Domimic Schwickert ziehen ein ernüchterndes Fazit. Die Webseite der Bundeskanzlerin etwa schöpfe “die Chancen des Mediums Internet nicht voll aus”, Merkels wöchentliche Videobotschaft habe “den einkanaligen Charakter einer Fernsehansprache.“ Wie es besser sein könnte sagen sie zwar mit Verweis auf den Britischen Premier und seine Videosprechstunde, doch sind diese Praxishinweise im gesamten Buch nur leider recht selten zu finden.

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