politReport.de Parteien-IndexpolitReport.de Parteivorsitzende in den Medien

Westerwelle und Aigner zeigen sich offensiv

Posted: Oktober 18th, 2010 | Author: Simone Wagner | Filed under: Allgemeines, Kabinetts-Ranking | Tags: , , | 41 Comments »

Das Kabinett Medienranking

  • 1 Angela Merkel
    Bundeskanzlerin
    mit 3377 aktuellen Erwähnungen
  • 2 3 Guido Westerwelle
    Außenminister
    mit 1406 aktuellen Erwähnungen
  • 3 1 Rainer Brüderle
    Wirtschaftsminister
    mit 1243 aktuellen Erwähnungen
  • 4 2 Karl-Theodor zu Guttenberg
    Verteidigungsminister
    mit 831 aktuellen Erwähnungen
  • 5 10 Ilse Aigner
    Landwirtschaftsministerin
    mit 584 aktuellen Erwähnungen
  • 6 3 Annette Schavan
    Bildungsministerin
    mit 569 aktuellen Erwähnungen
  • 7 4 Ursula von der Leyen
    Arbeitsministerin
    mit 472 aktuellen Erwähnungen
  • 8 2 Kristina Schröder
    Familienministerin
    mit 435 aktuellen Erwähnungen
  • 9 1 Norbert Röttgen
    Umweltminister
    mit 377 aktuellen Erwähnungen
  • 10 3 Thomas de Maizière
    Innenminister
    mit 376 aktuellen Erwähnungen
  • 11 7 Peter Ramsauer
    Verkehrsminister
    mit 358 aktuellen Erwähnungen
  • 12 2 Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
    Justizminsterin
    mit 307 aktuellen Erwähnungen
  • 13 Dirk Niebel
    Entwicklungshilfeminister
    mit 244 aktuellen Erwähnungen
  • 14 11 Wolfgang Schäuble
    Finanzminister
    mit 225 aktuellen Erwähnungen
  • 15 3 Philipp Rösler
    Gesundheitsminister
    mit 183 aktuellen Erwähnungen
  • 16 Ronald Pofalla
    Chef des Kanzleramtes
    mit 13 aktuellen Erwähnungen
  • Auswertung vom 10.10.2010 - 17.10.2010, erstellt mit blueReport

Lange war es ruhig um Guido Westerwelle. Doch die gefühlt dreimonatige Sommerpause des Außenministers scheint nun ein Ende zu haben. Ab dem 1. Januar des kommenden Jahres wird Deutschland einen der zehn nicht-ständigen Sitze im UN-Sicherheitsrat übernehmen. Mit 128 Stimmen erlangte die Bundesrepublik bereits im ersten Wahlgang die dafür nötige Zwei-Drittel-Mehrheit.
Außenpolitisch ist dies ein großer Erfolg für Westerwelle, der entsprechend in den Medien gewürdigt wurde. Für Deutschland ergibt sich daraus die Möglichkeit, die Umsetzung des schon lang gehegten Wunsches nach einer Reform des Weltsicherheitsrates zu forcieren. Dieser solle der veränderten Weltordnung nach dem Kalten Krieg angepasst werden. Asien, Afrika und Südamerika sind bis heute nicht ständig im Rat vertreten. Offiziell strebt die Bundesrepublik zudem einen gemeinsamen Sitz für die Europäische Union an.
Doch weil Guido Westerwelle nicht nur Außenminister, sondern eben auch Parteichef der FDP ist, griff er in der vergangenen Woche verstärkt auch innenpolitische Themen auf. Seine Äußerungen zum „Nutzen von Einwanderern“ und der angesichts der Proteste gegen „Stuttgart 21“ entstehenden Gefahr einer „Nichts-geht-mehr-Republik“, stießen auf den Nerv der beiden großen aktuellen Debatten in Deutschland. Westerwelle sicherte dies den 2. Platz im aktuellen Medienranking. Nur die Kanzlerin erhielt mehr Aufmerksamkeit in den Medien.
Aufsteigerin der Woche ist Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner. Sie stieg um zehn Ränge auf den 5.Platz des Medienrankings. Am Wochenende wurde bekannt, dass die Ministerin einen Internet-Pranger für falsche und irreführende Etikettierung auf Lebensmitteln plant. Auf der Plattform hätten dann sowohl Verbraucherschützer wie auch die Unternehmen die Möglichkeit sich zu Vorwürfen zu äußern. Zudem möchte sie die Verbraucher verstärkt gegen Werbeanrufe schützen. Telefonisch abgeschlossene Verträge sollen zukünftig ohne eine zusätzliche Unterschrift nicht mehr gültig sein.



Kabinettsranking: Guido vs. Hartz IV und Streuselkuchen

Posted: Februar 16th, 2010 | Author: Simone Wagner | Filed under: Allgemeines, Kabinetts-Ranking | Tags: , | 42 Comments »

Das Kabinett Medienranking

  • 1 2 Guido Westerwelle
    Außenminister
    mit 2019 aktuellen Erwähnungen
  • 2 1 Angela Merkel
    Bundeskanzlerin
    mit 1540 aktuellen Erwähnungen
  • 3 4 Ursula von der Leyen
    Arbeitsministerin
    mit 992 aktuellen Erwähnungen
  • 4 2 Norbert Röttgen
    Umweltminister
    mit 863 aktuellen Erwähnungen
  • 5 3 Wolfgang Schäuble
    Finanzminister
    mit 713 aktuellen Erwähnungen
  • 6 1 Philipp Rösler
    Gesundheitsminister
    mit 530 aktuellen Erwähnungen
  • 7 3 Thomas de Maizière
    Innenminister
    mit 525 aktuellen Erwähnungen
  • 8 4 Karl-Theodor zu Guttenberg
    Verteidigungsminister
    mit 468 aktuellen Erwähnungen
  • 9 1 Rainer Brüderle
    Wirtschaftsminister
    mit 445 aktuellen Erwähnungen
  • 10 4 Kristina Köhler
    Familienministerin
    mit 370 aktuellen Erwähnungen
  • 11 1 Ilse Aigner
    Landwirtschaftsministerin
    mit 273 aktuellen Erwähnungen
  • 12 3 Peter Ramsauer
    Verkehrsminister
    mit 249 aktuellen Erwähnungen
  • 13 2 Dirk Niebel
    Entwicklungshilfeminister
    mit 248 aktuellen Erwähnungen
  • 14 1 Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
    Justizminsterin
    mit 234 aktuellen Erwähnungen
  • 15 Annette Schavan
    Bildungsministerin
    mit 99 aktuellen Erwähnungen
  • 16 Ronald Pofalla
    Chef des Kanzleramtes
    mit 45 aktuellen Erwähnungen
  • Auswertung vom 07.02.2010 - 14.02.2010, erstellt mit blueReport

Wird Guido Westerwelle zum Königinnenmörder? Zumindest konnte er Angela Merkel diese Woche vom ersten Platz unseres Rankings verdrängen. Diesen hat die Kanzlerin eigentlich fest abonniert. Dank seiner polemischen Äußerungen über Empfänger des Arbeitslosengeldes II katapultierte sich der Außenminister in den Mittelpunkt aller öffentlichen Aufmerksamkeit der Bundesrepublik. In erster Linie zog er allerdings Unverständnis und Spott auf sich. So nannte ihn der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag (shz) heute den “Haider von Deutschland”. Und auch das Social Web reagierte gewohnt sarkastisch. Die Facebook-Gruppe “Kann dieser herzlose Streuselkuchen mehr Fans haben als Guido Westerwelle?” wuchs innerhalb nur weniger Tage auf über 4000 Mitglieder und hat damit zwar noch nicht ganz so viele Fans wie der Vizekanzler auf Facebook selbst; ist aber auf dem besten Weg dahin.

Ist soviel Hohn der Sache angemessen? Darf sich ein Politiker nicht mehr kritisch über ein System äußern, welches er für suboptimal hält? Er darf schon. Über den Ton dieser Äußerungen darf aber trotzdem auch diskutiert werden. Über seine Intention auch. Offensichtlich scheint sich Guido Westerwelle nicht unwohl im Feuer der Angriffe zu fühlen. Zu häufig hat er schon bewusst polarisiert und unbequeme Positionen eingenommen. Die Bild schreibt dazu “Guido bleibt Guido” und die Kanzlerin, ja auch die bleibt mal wieder die Kanzlerin und, auch das kann keinen mehr überraschen, schweigt sich erstmal aus.



Außenminister auf Reisen

Posted: Januar 13th, 2010 | Author: Gregor Landwehr | Filed under: Allgemeines | Tags: , | 40 Comments »

Wie der Deutsche Außenminister mit seinen Antrittsbesuchen Akzente setzt

Mit dem Außenministeramt steht der FDP-Politiker Guido Westerwelle am Ziel seiner politischen Karriere. Er stellt sich in eine Reihe von drei FDP-Größen, die vor ihm dieses Amt bekleidet hatte – und wirkte dabei bei seinen ersten Auftritten wie ein staunendes Kind, das seinen eigenen Erfolg noch nicht so recht fassen kann. Doch gleich mit seiner ersten Reise setzte der neue Minister ein Zeichen.

Nicht wie sonst üblich nach Frankreich, sondern nach Polen führte Westerwelle seine erste Reise. Auch der Koalitionsvertrag misst den Deutsch-Polnischen Beziehungen eine große Bedeutung zu, daher war die Wahl nur konsequent. Eine langfristiges mediales Interesse für die Deutsch-Polnischen Beziehungen lässt sich nicht erkennen. In direktem Zusammenhang mit dem Besuch gab es rund 200 Nennungen, darüber hinaus spielt das Thema allerdings kaum eine Rolle.
bild-5

Deutsch-Polnische Beziehungen werden immer wichtiger
In Polen selbst werden die nachbarschaftlichen Beziehungen zu Deutschland viel stärker wahrgenommen. „Die Mehrheit von Polen schätzt die Deutsch-Polnischen Beziehungen gut oder sehr gut ein“, sagt die Wissenschaftlerin Agnieszka Łada. Diese Zahl sinke aber seit ein paar Jahren (von 81% im Jahr 2000 bis zu 57% im 2009). Gleichzeitig wächst die Zahl der Personen, die diesen Beziehungen eine eher schlechte oder sehr schlechte Note geben (von 6% im Jahr 2000 bis zu 26% heute). Immer weniger Polen messen aber dem Zweiten Weltkrieg einen starken Einfluss auf die Deutsch-Polnischen Beziehungen zu, so das Ergebnis einer Studie des Instytut Spraw Publicznych aus Warschau.

In der Zeit rund um den Beitritt Polens zur EU wurden die Beziehungen am positivsten bewertet. Der Grund dafür dürfte in der Unterstützung aus Berlin auf dem Weg in die EU gelegen haben. Jetzt, fünf Jahre nach dem Beitritt Polens in die EU, sind manche Probleme in den Beziehungen zwischen Warschau und Berlin immer noch aktuell und werden von der polnischen Gesellschaft wieder verstärkt wahrgenommen.
bild-3


Traditionelle Beziehungen sind weiterhin medial präsent

Seine zweite Reise ging für Guido Westerwelle nach Paris. Die Deutsch-Französische Freundschaft hat in der Bundesrepublik eine lange Tradition. Seit dem Élysée-Vertrag sind Regierungskonsultationen zwischen beiden Ländern festgeschrieben. Seit 1963 finden die Beratungen statt. Auch in der medialen Wahrnehmung ist das Thema dauerhaft präsenter als die Beziehungen zu Polen. Das gilt auch für die USA, die dritte Reise für den Deutschen Außenminister.

Es folgten Visiten in Groß Britannien, Afghanistan und Moskau. Die Reise mit dem größten medialen Widerhall war allerdings der Besuch in Israel.
bild-41

Ähnlich wie bei seinem Polenbesuch gab es hier rund 200 Artikel. Damit sind die Akzente in der medialen Aufmerksamkeit klar verteilt. Während schon lange bestehende Beziehungen zum Teil zur Gewohnheit geworden sind werden Kontakte nach Israel und Polen noch wesentlich stärker wahrgenommen und beobachtet. Zum Vergleich: Der Besuch in der Schweiz am 12. November brachte nur rund 35 Artikel. So ist die Medienauswertung auch ein Gradmesser für den Stand der auswärtigen Beziehungen eines Landes.

Dieser Artikel ist auch bei NZZ Online erschienen.