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“mygauck”- 2.0 Vorsprung für Gauck?

Posted: Juni 10th, 2010 | Author: Simone Wagner | Filed under: Allgemeines | Tags: , , | 26 Comments »

bildschirmfoto-2010-06-10-um-101212Laut der aktuellen Forsa-Umfrage liegt Gauck mit 42% auf der Beliebtheitsskala der Bevölkerung deutlich vor Wulff mit 32%, eigentlich wäre er auch ein idealer Kandidat für Merkel und das Social Web liebt Gauck. Spiegel Online freut sich schon darüber, dass die Netzgemeinde endlich mal für etwas und nicht immer nur dagegen ist.

Seit der Entdeckung des Social Webs durch die Politik werden auch die Unterschiede zum Benchmark-Wahlkampf von Barack Obama betont. Ganz ohne tatsächlich existierenden Wahlkampf ist nun das gelungen, was dem deutschen Online-Wahlkampf bis jetzt in diesem Ausmass gefehlt hat: Die 2.0 Mobilisierung der Bevölkerung unabhängig von professioneller politischer Kommunikation und Parteiarbeit.

Mittlerweile gibt es unzählige Facebook-Gruppen zur Unterstützung von Joachim Gauck in seiner Kandidatur. Darunter finden sich Gruppen wie “Liberale für Joachim Gauck” und “Christdemokraten für Joachim Gauck”. Die größte Gruppe wuchs in nur wenigen Tagen auf über 25.000 Mitglieder.
Die Twitter-Community begeistert sich für Initiativen wie “mein_praesident” und gibt dem Zuspruch im wahrsten Sinne des Wortes ein Gesicht und ein Profil.

Doch trotzdem alle “dafür-sein” geht es auch um ein “dagegen-sein”. Ein Blick auf die Blogosphäre macht deutlich, dass ein Großteil der Blogeinträge über Gauck auch im Bezug zu Christian Wulff stehen.

Gauck in der Blogospäre

Blogbeiträge zu Gauck (blau) im Vergleich zu denen ohne gleichzeitige Nennung von Wulff (grün)

Dabei geht es nicht darum unbedingt verhindern zu wollen, dass Christian Wulff das Amt des Bundespräsidenten übernimmt. Aber Social Web ist nicht nur Meinungsbildung, sondern auch Meinungsartikulation. Als Christian Wulff als Kandidat vorgestellt wurde, wirkte vieles wie gesetzt. Und die Mehrheiten in der Bundesversammlung sind deutlich. Es scheint so, als ob ein Wahlsystem mit Wahlmännern- und -frauen, in dem Parteizugehörigkeit dogmatisch ist, einfach nicht mehr richtig in die Social Web Realität passen möchte. Es braucht eben keine Vermittler mehr, um mit seiner Meinung öffentlich und potentiell präsent zu sein.